Rezension:
Banana Yoshimoto ~ Lebensgeister

Dass Leben und Tod im selben Raum beinander wohnen, 
dass nur ein Haar sie voneinander trennt - daran hatte ich nie gedacht, damals.

Die Liebe, der Tod und das Übersinnliche sind wiederkehrende Themen im Werk von Banana Yoshimoto. Die Bücher der japanischen Schriftstellerin begleiten mich schon sehr lange und fühlen sich an wie gute Freunde. Moonlight Shadow ist eine meiner liebsten Erzählungen überhaupt! Meine Vorfreude auf Yoshimotos neuestes Buch mit dem klangvollen Titel Lebensgeister* war dementsprechend riesig. Teaser: Ich wurde nicht enttäuscht! 

Banana Yoshimoto | Lebensgeister | Rezension | Diogenes


Ein alter Bekannter aus Yoshimotos Werk klopft auch in Lebensgeister an die Tür: der Tod. Sayako, die Ich-Erzählerin des Romans, verliert die Liebe ihres Lebens bei einem schweren Autounfall. Sie selbst überlebt den Unfall schwer verletzt. Sayako durchlebt eine Nahtoderfarhung und ist fortan nicht mehr die, die sie vor dem verheerenden Ereignis war. Sie bemerkt, dass sie die Geister von Verstorbenen sehen kann. Ebenso wie Ataru, mit dem sie Bekanntschaft macht und der seinerseits ebenfalls mit Trauerarbeit beschäftigt ist. Schließlich lernt Sayako das Leben so anzunehmen, wie es ist: voller Ungewissheiten und Unwägbarkeiten.

Mit ungeheurer Luzidität schreibt Banana Yoshimoto in Lebensgeister über die dunklen, schweren Themen Tod, Verlust und Trauer. Der Ton des Romans ist dennoch federleicht, beinahe heiter. Banana Yoshimoto ist eine große Erzählerin: Sie braucht nicht viele Worte um wunderschöne Bilder zu zeichnen und Großes zu sagen. Selbst die transzendeten Elemente der Erzählung gleiten nicht ins Kitschige ab. Die Erzählung fließt leise und zart. Aber so mitreißend, dass man das Buch am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Am Ende bleibt der Leser - wie auch Sayako - mit der Gewissheit zurück, dass man dem Tod in jedem Alter nahe ist. Er ist eine feste Größe und gehört zum Leben. Egal ob jung oder alt.

Trotz der Schwere des Themas ist Lebensgeister ist ein Buch, vor dem man nicht fürchten muss. Ganz im Gegenteil! Es spendet Trost. Somit steht in meinem Regal jetzt ein neuer, guter Freund! Danke Banana!

Und vielen Dank an den Diogenes Verlag für das Rezensionsexemplar!

Kommentare

  1. Hallo Maus danke dir <3
    ja JETZT sieht mein Arbeitsplatz schön aus. Obwohl, selbst toll eingericchtet
    schaffe ich ihn in wenigen Minuten zu, zumüllen :D
    Mein absolutes Talent

    alles Liebe deine AMELY ROSE

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  2. Liebe Katharina, das hast Du wieder wunderbar beschrieben! Ein Buch, das tröstet hat bei mir immer gute Chancen und auch das Thema scheint nicht nur interessant sondern lebensnah zu sein. Danke für das Review!
    Liebe Grüße von Rena
    www.dressedwithsoul.com

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