Die Maske des Dimitrios
von Eric Ambler

Eric Ambler Die Maske des Dimitrios

Der Name Eric Ambler ist gleichbedeutend mit Nervenkitzel von der ersten bis zur letzten Seite. Nach Topkapi habe ich nun den Thriller Die Maske des Dimitrios aus der Feder des britischen Schriftstellers gelesen und dabei ein ganz neues Genre für mich entdeckt: Den Spionage-Thriller!

Die Maske des Dimitrios


1938 Istanbul, Türkei. Um dem eher ungemütlichen Herbst in der Heimat zu entfliehen, beschließt der britische Schriftsteller Charles Latimer die kalten Monate des Jahres in der türkischen Metropole am Bosporus zu verbringen.

Auf einer Party lernt er den Chef der türkischen Geheimpolizei Oberst Haki kennen. Latimer erfährt, dass die Leiche eines Mannes, den die Polizei seit vielen Jahren gejagt hat, aus dem Bosporus gezogen wurde. Dimitrios Makropoulos war ein Mörder, ein Spion, ein Drogen- und Mädchenhändler und wohl noch einiges mehr.

Latimer wittert Stoff für einen neuen Roman

 

Mörder in Kriminalromanen sind mir viel sympathischer als echte Mörder. In einem Kriminalroman gibt es eine Leiche, etliche Verdächtige, einen Detektiv und den Galgen. Das ist Kunst. Ein echter Mörder ist kein Künstler. – Oberst Haki in Die Maske des Dimitrios

Latimer und Haki teilen eine Leidenschaft: Kriminalromane. Latimer schreibt sie, Haki liest sie. Großzügig bietet der türkische Oberst an, Latimer einen von ihm erdachten Krimi-Plot »zur Fertigstellung« zu überlassen. »Immer lernte er Menschen kennen, die glaubten, sie könnten Kriminalromane schreiben, wenn sie nur die Zeit hätten.«

Viel mehr als für den Krimi des Polizisten interessiert sich Latimer für den Tod des berühmt-berüchtigten Dimitrios Makropoulos. Er beleitet Haki ins Leichenschauhaus und der Anblick des toten Mannes weckt in dem Schriftsteller den Wunsch zu ermitteln, wirkliche, praktische Detektivarbeit zu leisten. »Sie wussten so wenig von ihm. Ein paar merkwürdige Fakten im Zusammenhang mit ein paar merkwürdigen Ereignissen in seinem Leben, mehr gab die Akte nicht her.«

Latimers Jagd nach der Wahrheit führt ihn quer durch Europa, auf verschlungenen Wegen führen seine Nachforschungen ihn nach Paris. Je mehr er jedoch über Dimitrios in Erfahrung bringt, desto unschärfer wird das Bild, des skrupellosen Verbrechers. Viel zu spät erkennt Latimer schließlich, dass er sich auf ein Spiel und auf Mächte eingelassen hat, die er nicht versteht und gegen die er nichts ausrichten kann.

»Der beste aller Thriller-Autoren«,

 

Die Quelle, aus der wir alle schöpfen. – John le Carré 

schreibt Uwe Wittstock von der ZEIT über Eric Ambler. Die Maske des Dimitrios erschien erstmals 1939 unter und verhalf Eric Ambler zum literarischen Durchbruch. Noch immer gilt das Buch als einer der bedeutendsten Spionageromane überhaupt und Schriftstellerkollegen wie John le Carré werden nicht müde zu betonen, dass Ambler auf ihr eigenes Werk einen enormen Einfluss hatte. Amblers Romane sind an Komplexität kaum zu überbieten und zeichnen sich durch ihre Verknüpfung mit weltpolitischen Abläufen aus.

Wie auch in Topkapi ist in Die Maske des Dimitrios die zeitgenössische Realität eingewoben: Weltpolitische Spannungen, Kriege, Konflikte. Die Maske des Dimitrios enthält zahlreiche Rückblenden und wechselnde Erzählerstandpunkte. Durchlesene Nächte sind garantiert!

Mehr von Eric Ambler bei Hoffmann & Campe

 
Der Verlag Hoffmann & Campe hat bereits einige von Amblers Romanen neu aufgelegt, eine Übersicht hat der Verlag hier zusammengestellt. Im Januar des kommenden Jahres erscheint Die Maske des Dimitrios übrigens auch als Taschenbuch.

Um Spionageromane werde ich fortan keinen Bogen mehr machen. Im Gegenteil, ich habe mir festvorgenommen demnächst einen le Carré zu lesen. Könnt ihr mir etwas von ihm empfehlen? Oder einen anderen guten Spionage-Thriller?

DIE MASKE DES DIMITRIOS von ERIC AMBLER
Hoffmann und Campe. 336 Seiten. 22 Euro.
Gebunden mit Schutzumschlag.

Vielen Dank an Hoffmann & Campe für das Rezensionsexemplar

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