Spannende & literarische Bücher für den Herbst

Ich liebe (altmodische) Krimis. Krimis ohne schauderhafte Folterszenen, ohne viel Mord und Totschlag. Klassische Whodunits eben. Diese Leidenschaft habe ich von meiner Mutter. Und meine Mutter hat sie von ihrer Mutter. Spannend, aber auch sehr literarisch, geht es in Der Monddiamant von Wilkie Collins und in Thérèse Raquin von Émile Zola zu.

Der Monddiamant wurde 1868 veröffentlicht und war meine erste Begegnung mit Wilkie Collins, der, ganz nebenbei bemerkt, ein guter Freund von Charles Dickens war. Man sagt, Collins Romane hätten das Genre des Krimis erst begründet. Seine Bücher sind sehr atmosphärisch, sehr gut erzählt und wirklich sehr, sehr spannend. Mittlerweile stehen fast alle Bücher von ihm in meinem Regal. Nach dem Monddiamant gilt es unbedingt auch Die Frau in Weiß (engl. The Woman in White) zu lesen!

Émile Zola ist einer der größten französischen Schriftsteller und bekannter als Thérèse Raquin, das 1867 erschien, sind sicherliche seine Romane Nana und Das Paradies der Damen (fr. Au Bonheur Des Dames), doch Thérèse Raquin ist anders. Kein Krimi im eigentlichen Sinn, aber so düster und so subtil spannend, das es unmöglich ist mit dem Lesen aufzuhören.

 

 

Thérèse Raquin

(orig. Thérèse Raquin) von Émile Zola

Ein Mord aus Leidenschaft bildet den Kern von Émile Zolas Roman Thérèse Raquin: Die verheiratete Thérèse beginnt eine Affäre mit Laurent, der ausgerechnet ein Freund ihres Mannes Camille aus Kindertagen ist. Camille, der dem Glück der beiden leidenschaftlich Verliebten im Wege steht, wird kurzerhand von Laurent ermordet. Doch was als Lösung all ihrer Probleme gedacht war, entpuppt sich für Thérèse und Laurent zu einem wahren Alptraum aus dem es kein Entkommen gibt.

Zola schwor in Thérèse Raquin aller Romantik ab, auf bedrückend naturalistische Weise beschreibt er die Nervenkrisen und Angstzustände, denen Thérèse und Laurent nach dem Mord unterworfen sind. Zolas Roman ist eine spannende und perfekt erzählte Studie zweier Mörder, die mit ihrer Tat, entgegen ihrer Erwartungen, nicht umgehen können.

Der Monddiamant

(orig. The Moonstone) von Wilkie Collins

Der Monddiamant, klingt der Titel nicht bereits verheißungsvoll? Kein Mord, sondern ein Diebstahl steht im Zentrum von Wilkie Collins Roman. In Tagebuch- und Briefform wird aus Sicht verschiedener Figuren, die verflochtene Geschichte um den Diebstahl und das Wiederauffinden einen indischen Monddiamanten erzählt.

Aus heutiger Sicht mögen beide Romane noch ein wenig mysteriöser und schauerlicher wirken als zu Lebzeiten ihrer Verfasser, denn das viktorianische England und auch das Frankreich der damaligen Zeit, sind für uns fremd und geheimnisvoll.

Wer es spannend, aber etwas moderner mag, dem sei der britische Schriftsteller Eric Ambler empfohlen. Der Roman Topkapi, eine Mischung aus Krimi und Spionagethriller, über den ich bereits hier geschrieben habe, hat mich so gefesselt, das ich die Nacht durchgelesen habe. Jetzt wartet Die Maske des Dimitrios auf mich und ich kann es kaum erwarten, bis ich mich durch meinen Bücherstapel zu dem Buch vorgelesen habe. Die Geschichte handelt von Charles Latimer, seines Zeichens Schriftsteller, der in Istanbul auf Verbrecherjagd geht um Stoff für einen neuen Roman zu sammeln.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.