Mit dem Schreiben über Muriel Barberys neuen Roman Das Leben der Elfen musste ich warten bis heute früh. Dieser Post hätte schon vor Tagen online gehen sollen, aber nach stundenlanger Beschäftigung mit der Steuererklärung und anderen Ärgernissen, war ich nie in der angemessenen Stimmung um über dieses wahrhaft zauberhafte Buch zu schreiben. Jetzt, da mein Kopf noch frei ist, der Kaffee neben mir duftet und das Wochenende vor der Tür steht, habe ich endlich die nötige Muße.  

Sehnsüchtig habe ich auf ein neues Werk aus Muriel Barberys Feder gewartet. Mit Das Leben der Elfen hat die französische Schriftstellerin mir – und vielen, vielen anderen Lesern, da bin ich sicher – einen langgehegten Wunsch erfüllt. Ihren Roman Die Eleganz des Igels habe ich während eines Familienbesuchs in Marokko gelesen und obschon ohnehin von dem orientalischen Flair des Landes verzaubert, hat mich das Buch noch einmal in eine andere Welt entführt und dazu bewogen endlich Anna Karenina zu lesen. (Ich kann es nur empfehlen, eines der schönsten Bücher, die ich je gelesen habe und gar nicht schwer!) Muriel Barbery hat eine Gabe, die leider nicht viele Autoren haben: Sie kann wirklich erzählen. Ihre Sprache ist Poesie. 
Rezension Buch Muriel Barbery Das Leben der Elfen

Es gibt Bücher, die nur von ihrem Plot leben (und sprachlich eine Katastrophe sind). Und es gibt Bücher, die weniger von ihrer Geschichte, sondern mehr von der Kunstfertigkeit ihres Schöpfers leben. Letztere sind mir zumeist lieber, obwohl ich gestehen muss, dass ich ein großer Fan von Krimis à la Agatha Christie bin. Das Leben der Elfen von Muriel Barbery ist ein Glücksfall (und wahre Kunstfertigkeit), denn es vereint beides: Eine wunderschöne Geschichte, erzählt von einer großartigen Erzählerin. 
Die kleine Maria, ein Findelkind, wächst in einem kleinen Dorf im Burgund auf. Auf ganz und gar wundersame Weise spricht das Mädchen die Sprache der Natur und der Tiere. Clara, ebenfalls eine Waise, wächst bei einem Pfarrer in den Abruzzen auf und spielt virtuos Klavier, ohne je eine Stunde Unterricht bekommen zu haben. Die beiden wissen nichts voneinander, bis die Elfen bewirken, dass sie sich kennenlernen, denn es droht Krieg und eine böse Macht rüstet sich. 

Das Leben der Elfen ist ein wunderschönes Märchen – oder schon eine Parabel? – über die Liebe und die Poesie. Barberys Beschreibungen von (übersinnlichen) Naturphänomenen, von Musik, von Stimmungen und Atmosphären sind wahrhaft poetisch. Der Roman hat eine unvergleichliche Sprachmelodie, die verzaubert. Perfekt für ruhige, besinnliche Stunden weitab von Alltag und (schlimmer noch) Realität. 
Welches Buch hat euch bisher am meisten beeindruckt oder verzaubert? 
Vielen Dank an dtv für das Rezensionsexemplar! 

8 thoughts on “ Das Leben der Elfen von Muriel Barbery ”

  1. Oh das klingt ja wirklich schön! Ich liebe liebe liebe gute Bücher und es gibt wirklich nicht allzu viele davon, bzw. einfach zu viele mittelmäßige^^.
    Ich habe gerade zuletzt Me before You von Jojo Moyes gelesen – wunderbar kitschiges Buch, das innherhalb von wenigen Tagen weg war und doch sehr ans Herz ging. 🙂

    Alles Liebe
    Corinna
    http://www.kissenundkarma.de/

  2. Liebe Melina, von dem Buch habe ich schon so viel gehört und es bisher doch nicht gelesen. Jetzt kommt es aber definitiv auf meine Leseliste! – Katharina

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