Porcelain ~ 7 Fragen Keramik-Meisterin Annika Schüler

Darf ich vorstellen? Meine neue Lieblingstasse! Eine Schönheit und noch dazu ein echtes Stück Handwerkskunst! Das wunderschöne Porzellanstück stammt aus dem Münchner Atelier von Keramikmeisterin Annika Schüler, auf die ich über Instagram aufmerksam geworden bin. Die „Kaffee“-Tasse (mit dazugehörigem Döschen) ist ein echtes Unikat und – vielleicht klingt das verückt – das fühlt man auch! Den Kaffee daraus zu genießen ist sehr besonders! Ich freue mich sehr, dass Annika zu gestimmt hat, ein paar Fragen für die GET TO KNOW Kategorie auf ktinka.com zu ihrem Beruf & dem Keramik-Handwerk zu beantworten. Auf gehts!

1. Liebe Annika, wie bist zum Töpfern gekommen? Erzähl uns doch ein wenig über dich und deinen Werdegang?

Das Material Ton habe ich schon als Kind für mich entdeckt und war regelmäßig im
Kindertöpfern. Scheinbar hat mich das Material so begeistert, das ich nach dem
Schulabschluss die Keramikschule und die Meisterschule in Landshut besucht habe, da ich
nach wie vor fasziniert war. Dort bekommt man die grundlegenden Dinge des
Keramikhandwerks gezeigt und hat wunderbar viele Einblicke in verschiedenste
Arbeitsweisen und Bereiche – vom Kachelofenbau, dem Drehen an der Töpferscheibe,
Glasurentwicklung, Dekorationsarten bis hin zu den Unterschieden der verschiedensten
Tonarten und vieles vieles mehr. Aber so fängt, denke ich, jeder Handwerker, Designer, Kreative an … man entdeckt, probiert
aus und entwickelt sich automatisch weiter, wenn es aus dem Herzen heraus getan wird.

2. Ich habe noch nie an einer Töpferscheibe gesessen (und hege auch Zweifel an
meinem Erfolg): Wie wird aus einem Tonklumpen ein so schönes Porzellanstück?

Die Schale wird gedreht, ist dann nass und muss erst antrocknen, bevor sie im lederharten
Zustand weiterverarbeitet werden kann. Nach Bearbeitung der Unterseite des Gefäßes
muss dieses ganz trocken. Dann kommen die trocknen Stücke in den Brennofen und
werden bei 920° gebrannt (den Vorgang nennt man „Schrühen“). Jetzt ist das Gefäß stabiler
aber nicht dicht, sondern porös. Bevor man die geschrühten Stücke glasiert, kann man sie mit Schleifpapier überarbeiten. Sobald die Stücke mit Glasur überzogen sind, werden
diese wieder in den Brennofen gestellt und bei 1240° gebrannt (Glasurbrand). Schrühbrand und Glasurbrand brauchen durch langsames aufheizen und abkühlen zwischen
2 und 3 Tagen. Ein Keramik herzustellen, bedeutet Zeit und Geduld, es ist immer ein
Entstehungsprozeß – vielleicht auch ein bisschen wie Zauberei.

© Annika Schüler 
3. Du hast mehrere Kollektionen, allesamt wunderschön. Wo findest du die Inspiration
für deine Stücke?

Für mich sind wir uns alle gegenseitige Inspiration, das Leben, Bekanntschaften,
Unterhaltungen, Kulturen, Kultur, Architektur, Design, Natur, Farben, Leiden, Lachen,
Schicksale und Kontraste im Allgemeinen. Das Leben bietet mir viele verschiedene
Inspirationsquellen und das ist enorm spannend.

4. Wo kann man deine Kreationen kaufen? 

Natürlich zu allererst bei mir im Showroom N°10 in München (Schraudolphstraße 10, 80799 München), den ich zusammen mit meiner Freundin Claudia von Cocii Jewellery betreibe. Dort bespreche ich auch individuelle Aufträge und personalisierte Wünsche & Ideen. Oder online, über selekkt.com 

 

5. Hier auf dem Blog geht es (nicht selten) um Beauty. Die Arbeit an der Drehscheibe stelle ich mir mitunter strapaziös für die Hände vor. Welchen Beauty-Tipp für schöne Hände kannst du uns Herz legen? 

Ja, das stimmt. Die Haut und die Nägel werden schon in Mitleidenschaft gezogen. Meine Lieblingshandcreme gerade, die ich bei der lieben Laure im Bean Store auf Empfehlung gekauft habe, ist die Healing Hands von FACE Stockholm.

6. Welchen Beauty-Tipp hast du für das wertvolle Porzellan? Geschirrspüler oder doch besser mit der Hand? 
Meine Porzellanstücke dürfen in die Spülmaschine. Wer die guten Stück natürlich gerne noch etwas länger in der Hand behalten möchte, kann sie selbstverständlich auch mit der Hand abspülen. 🙂

7. Und zu guter Letzt: Wohin soll dein Weg dich und dein Unternehmen führen?

Oh, schwierig zu beantworten. Ich möchte gar nicht zu weit in die Zukunft blicken, blieber im Hier und Jetzt sein und meine Arbeit genießen und die Resonanz, die darauf kommt. Aber ich erfreue mich an spannenden Projekten und Kooperationen und hoffe, das mein eigener Hunter immer wieder Neues auszuprobieren bleibt.

 Vielen Dank liebe Annika für das Interview!

Kommentare (4)

  1. Was für ein spannendes Interview! Finde ich cool, dass jemand einen eigentlich so ursprünglichen Beruf noch mit soviel Leidenschaft und Innovationsgeist ausübt.

    Liebst,
    Liz. http://lizinview.blogspot.co.at/

  2. Ohhh die sind aber wirklich zauberhaft schön (auch wenn ich gar kein großer Kaffeetrinker bin ;-)). Aber es sieht einfach so liebevoll aus. Und der Werdegang ist auch spannend; mich fasziniert es immer wieder zu lesen, wie sich Lebensläufe entwickeln.
    Liebste Grüße,
    Corinna
    http://www.kissenundkarma.de

    • Ich finde das auch faszinierend! Schau mal auf Annikas Website, da gibt es auch herrliche Tassen, die sich auch für Tee eignen. 🙂

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