Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich von William Saroyan

Der dtv Verlag entdeckt den großen US-amerikanischen Erzähler William Saroyan wieder: Der Erzählband »Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich« ist unlängst erschienen.

Während der Zeit der großen Weltwirtschaftskrise wurde William Saroyan zum Star. Saroyan stieß F. Scott Fitzgerald, den Literaturstar der Roaring Twenties, dessen literarische Beschwörungen eines materiell sorglosen, mondänen Lebens, in dem der Champagner in Strömen fließt, nicht mehr zu der gesellschaftlichen Stimmung passte, vom Thron und wurde zu einem der wichtigsten US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.

William Saroyan | Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich | Storys | dtv

Sayorans Werk traf den Nerv der Zeit und spiegelte die Lebenswirklichkeit vieler Menschen, die von Armut und Entbehrung geprägt war. Als Sohn armenischer Einwanderer, dessen Vater früh starb und dessen Mutter den Lebensunterhalt allein verdienen musste, kannte Saroyan ein Leben in Ermangelung jedweden Luxus nur allzu gut. Er begann seine Karriere als Schriftsteller mit der Veröffnentlichung von Kurzgeschichten, die zwischen 1928 und 1936 erschienen. Columbia Pictures heuerte Saroyan aufgrund dieser Geschichten als Drehbuchautor an.

Einige der Erzählungen, die in diesem Band versammelt sind, stammen aus den Jahren 1934-1950 und erscheinen mit dieser Ausgabe erstmals aufs Deutsch. Saroyans Storys, etwa „Siebzigtausend Assyrer“ oder „Der Mann, der fett wurde“, handeln von dem Ringen der kleinen Leute irgendwie durchs Leben zu kommen. Von dem Traum, irgendwann ein besseres Leben zu führen. Diskrimierung und Ausgrenzung sind Themen, die Saroyan regelmäßig in seinen Erzählungen aufgreift.

Saroyan erzählt schnörkellos, einfach. Jedoch mit Humor („Manche Leute hielten mich außerdem für intelligent. Das waren allerdings Verwandte.“/“Ingesamt jedoch war ich ein vorbildlicher junger Mann. Ich war praktisch ein Pfadpfinder.“) und großer Lebensklugheit. Stephen Fry sagte über William Saroyan: „He takes his place naturally alongside Hemingway, Steinbeck and Faulkner.“ Die Storys tragen mitunter kuriose Titel, wie zum Beispiel: „Ernsthafter Rat an einen jungen Mann, der im Begriff steht, den Beruf des Bestatters zu ergreifen?“ oder auch „Schon mal in eine Zwergin verliebt gewesen?“ Auch der Titel des Erzählbandes Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich ist der Titel einer der enthaltenen Storys.

Saroyan Geschichten, auch wenn sie aus einer anderen Zeit stammen, machen Mut, dass das Leben zu meistern ist, auch wenn das Glück sich auf unbestimmte Zeit verabschiedet hat. Danke, William!

Wo ich herkomme, sind die Leute freundlich und William Saroyan
dtv Literatur. 208 Seiten. 18 Euro.
Gebunden mit Schutzumschlag.

Vielen Dank an den dtv Verlag für das Leseexemplar!

 

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